Notfallplan für die Familie: Vorlage zum Download + Ausfüllanleitung
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Im Ernstfall zählt jede Minute. Wer dann erst überlegt, wen er anrufen soll, wo sich die Kinder befinden oder wo die Dokumente liegen, verliert wertvolle Zeit – und Nerven.
Ein Notfallplan löst dieses Problem. Nicht weil er jeden Ernstfall verhindert, sondern weil er dafür sorgt, dass deine Familie in einer Ausnahmesituation koordiniert und ruhig handeln kann. Einmal ausgefüllt, ausgedruckt und besprochen – fertig.
Auf dieser Seite findest du unsere kostenlose Vorlage als PDF zum Download sowie eine vollständige Ausfüllanleitung für Familien mit Kindern.
Was ist ein Familiennotfallplan – und warum brauche ich ihn?
Das BBK empfiehlt ausdrücklich, sich Zeit für die persönliche Notfallplanung zu nehmen – denn ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät.
Ein Notfallplan beantwortet im Voraus die wichtigsten Fragen:
- Wo treffen wir uns, wenn wir getrennt werden?
- Wen rufen wir an, wenn das Mobilfunknetz überlastet ist?
- Wer holt die Kinder aus der Schule ab?
- Wo sind unsere Dokumente?
- Was haben wir bereits an Vorräten – und was fehlt noch?
Diese Fragen klingen einfach. Aber unter Stress, mit aufgewühlten Kindern und vielleicht ohne Strom, sind sie alles andere als trivial. Wer die Antworten bereits auf Papier hat, reagiert ruhiger – und das überträgt sich direkt auf die Kinder.
Download: Kostenlose Notfallplan-Vorlage für Familien
Unsere Vorlage ist speziell für Familien mit Kindern entwickelt – übersichtlich, vollständig ausfüllbar und sofort druckbereit.
➡️ Notfallplan Familie – PDF kostenlos herunterladen
Die Vorlage enthält:
- Familienmitglieder & Kontaktdaten
- Wichtige Notfallnummern (teils vorausgefüllt)
- Treffpunkte & Evakuierungsplan
- Dokumente-Checkliste für den Notfallrucksack
- Vorrats-Statusübersicht
- Familienregeln im Notfall
- Jährliche Kontroll-Checkliste
Format: DIN A4, druckfertig, kostenlos
So füllst du den Notfallplan richtig aus
Die Vorlage ist in 7 Abschnitte gegliedert. Hier erfährst du, worauf du bei jedem Abschnitt achten solltest.
Abschnitt 1: Familienmitglieder & Kontaktdaten
Trage alle Personen ein, die zum Haushalt gehören – inklusive Kinder. Wichtig ist die Spalte „Besonderheiten“: Hier gehören Medikamente, Allergien, Behinderungen oder andere relevante Informationen rein, die Ersthelfer oder Behörden kennen sollten.
Tipp: Füge auch Personen ein, die zwar nicht im Haushalt wohnen, aber im Notfall wichtig sind – Großeltern, enge Freunde, Nachbarn.
Abschnitt 2: Wichtige Notfallnummern
Die wichtigsten Nummern sind bereits vorgedruckt:
- Feuerwehr & Notruf: 112
- Polizei: 110
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- Giftnotruf Berlin (bundesweit): 030 19240
Ergänze: Kinderarzt, Hausarzt, nächstes Krankenhaus, Apotheke und mindestens zwei Vertrauenspersonen außerhalb deines Haushalts – diese sind im Ernstfall erreichbar, wenn das lokale Netz überlastet ist.
Abschnitt 3: Treffpunkt & Evakuierungsplan
Das ist der wichtigste Abschnitt für Familien mit Kindern – und der am häufigsten vergessene.
Drei Treffpunkte festlegen:
| Treffpunkt | Beispiel | Wann nutzen |
|---|---|---|
| Nah (Treffpunkt 1) | Vor der Haustür, Garten | Bei Hausbrand, kurzer Evakuierung |
| Mittel (Treffpunkt 2) | Schule, Park, Supermarkt | Bei Evakuierung des Viertels |
| Weit (Treffpunkt 3) | Verwandte, Stadt, Region | Bei großflächigem Ausfall |
Wer holt die Kinder ab? Lege fest, wer die Kinder aus Schule, Kita oder Hort abholt – und eine Ersatzperson, falls die erste Person nicht erreichbar ist. Informiere auch die Einrichtung, wer im Notfall abholen darf.
Fluchtweg: Besprich mit der ganzen Familie – auch mit Kindern – wie ihr das Haus oder die Wohnung verlasst, wenn der normale Weg versperrt ist.
Abschnitt 4: Wichtige Dokumente
Originaldokumente sollten an einem festen, bekannten Ort aufbewahrt werden – am besten in einer feuerfesten Box oder einem verschlossenen Ordner.
Für den Notfallrucksack empfehlen sich laminierte Kopien der wichtigsten Dokumente:
- Personalausweise & Reisepässe
- Krankenversicherungskarten
- Impfpässe
- Geburtsurkunden
- Versicherungspolicen
- Kontodaten & IBAN
Tipp: Fotografiere alle Dokumente und speichere sie verschlüsselt in einer Cloud – dann hast du im Extremfall auch digital Zugriff.
Abschnitt 5: Vorrat & Ausrüstung
Dieser Abschnitt zeigt dir auf einen Blick, wo deine Familie gut aufgestellt ist – und wo noch Lücken sind. Füll ihn ehrlich aus. Er ist kein Prüfungsblatt, sondern ein Planungstool.
Tipp: Nutze unsere anderen Ratgeber für jeden Bereich:
- Wasservorrat berechnen
- Notfallrucksack für Kinder
- Erste-Hilfe-Set für Familien
- Vorbereitung Stromausfall
Abschnitt 6: Familienregeln im Notfall
Diese Regeln bitte gemeinsam mit allen Familienmitgliedern besprechen – auch mit Kindern, altersgerecht erklärt.
Besonders wichtig für Kinder:
- Erkläre den Plan ruhig und sachlich – kein Drama, keine Angst
- Übe den Weg zum Treffpunkt 1 einmal gemeinsam
- Kinder ab 6 Jahren können ihren eigenen Notfallrucksack kennen und tragen
- Eine feste Ansprechperson in der Familie gibt Kindern Sicherheit
Abschnitt 7: Jährliche Kontrolle
Ein Notfallplan ist kein Dokument für die Schublade. Plane einmal im Jahr einen „Vorsorge-Check“ ein:
Empfohlener Termin: Der bundesweite Warntag findet jedes Jahr im September statt – ein guter Anlass für den Jahres-Check.
Was prüfen:
- Sind alle Kontaktdaten noch aktuell?
- Passen die Kleidergrößen im Notfallrucksack noch?
- Sind Medikamente und Lebensmittel noch im MHD?
- Hat sich der Treffpunkt geändert?
- Sind neue Familienmitglieder hinzugekommen?
Den Notfallplan mit Kindern besprechen
Kinder, die wissen was im Notfall zu tun ist, reagieren ruhiger – und entlasten damit die Eltern in genau dem Moment, in dem Ruhe am wichtigsten ist.
Tipps für das Gespräch:
- Ruhigen, sachlichen Ton wählen – keine apokalyptischen Szenarien
- Den Plan als „Abenteuer-Plan“ oder „Familienplan“ bezeichnen
- Treffpunkte gemeinsam aufsuchen und einprägen
- Kinder aktiv einbeziehen: „Was würdest du mitnehmen?“
- Regelmäßig kurz wiederholen – nicht als Drill, sondern als Routine
Ab etwa 8 Jahren können Kinder wichtige Telefonnummern auswendig lernen. Das gibt ihnen ein starkes Gefühl von Kompetenz und Sicherheit.
Wo hängst du den Notfallplan auf?
Der Plan muss ausgedruckt und sichtbar sein – nicht im Ordner abgeheftet.
Geeignete Orte:
- Kühlschrank (Innenseite oder Rückseite)
- Abstellraum / Vorratsraum
- Innenseite eines Küchenschranks
- Neben dem Sicherungskasten
Tipp: Laminiere den ausgedruckten Plan – dann ist er feuchtigkeitsresistent und hält viele Jahre.
Fazit: Einmal ausfüllen, dauerhaft sicherer
Ein Familiennotfallplan ist keine Garantie gegen Krisen. Aber er ist die wichtigste Vorbereitung, die du mit deiner Familie treffen kannst – und er kostet außer etwas Zeit nichts.
Lade die Vorlage herunter, setze dich mit deiner Familie zusammen und fülle sie gemeinsam aus. Dann ausdrucken, laminieren, aufhängen – fertig. Das dauert keine Stunde und gibt euch dauerhaft mehr Sicherheit.
➡️ Notfallplan Familie – Jetzt PDF kostenlos herunterladen
Häufige Fragen zum Familiennotfallplan
Muss ich den Plan mit Behörden teilen? Nein. Der Notfallplan ist ein privates Familiendokument – ausschließlich für deinen eigenen Gebrauch.
Ab welchem Alter spreche ich mit Kindern über den Notfallplan? Ab etwa 4–5 Jahren können Kinder einfache Grundregeln verstehen („Wenn es brennt, gehen wir raus und treffen uns vor dem Haus“). Ab 8 Jahren können sie aktiv einbezogen werden.
Was ist, wenn ich keinen Drucker habe? Bibliotheken, Copy-Shops und viele Supermärkte bieten Druckservices an. Alternativ kannst du die Vorlage digital auf dem Smartphone ausfüllen und dort griffbereit halten.
Wie oft sollte ich den Plan aktualisieren? Einmal im Jahr – oder sofort bei wichtigen Änderungen wie Umzug, neue Telefonnummer, neue Familienmitglieder.
Was wenn Familienmitglieder an verschiedenen Orten sind? Lege für jedes Szenario einen klaren Plan fest: Wer holt die Kinder ab? Wo ist der Treffpunkt wenn alle getrennt sind? Diese Fragen im Voraus zu beantworten spart im Ernstfall viel Verwirrung.